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13.02.2017

Psychiater legen Forderungskatalog zur Bundestagswahl auf

Besondere Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Erkrankungen in allen Be­reichen der Gesellschaft berücksichtigen

In einem Positionspapier zur Bundestagswahl 2017 hat die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) die dringendsten Handlungsfelder auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit umris­sen. Einem Artikel der Ärztezeitung zufolge lautet die zentrale Forderung der Fach­ge­sell­schaft an die Politik: "Die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit psychischen Erkrankungen in allen Be­reichen der Gesellschaft berücksichtigen."

Psychische Erkrankungen gehören in Deutschland zu den Volkskrankheiten. Mehr als 27 Pro­zent der Erwachsenen sind innerhalb eines Jahres betroffen, bei den Ursachen für Krankschreibungen und frühzeitige Berentungen stehen sie weit vorne. „Depressionen, Angststörungen und die vielen anderen psychischen Leiden wirken sich bei den betrof­fe­nen Menschen häufig auf fast alle Lebensbereiche aus. Hinzu kommt, dass die Krank­­heits­­episoden bei vielen psychischen Störungen oftmals sehr lange dauern und ohne ad­äquate Behandlung zur Chronifizierung neigen und häufig wiederkehren“, beton­te der DGPPN-Präsident Arno Deister dem Bericht zufolge.

Gesundheits- und Sozialwesen sind laut Fachgesellschaft auf diese Herausforde­rung nicht ausreichend vorbereitet. Die DGPPN nennt vier Bereiche, in denen die Politik be­sonders aktiv werden müsse: bei der Forschung, der Prävention, der Behandlung und der Teilhabe.

„Ganz wichtig ist, dass wir in Deutschland die strukturelle Forschungsförderung weiter verstärken und ein Deutsches Zentrum für psychische Erkrankungen (DZP) einrichten“, betonte Deister. Wichtig sei außerdem interessenunabhängige, öffentliche Forschungs­förderung zu neuen Formen psychotherapeutischer, biologischer sowie innovativer psy­chosozialer Behandlungsmethoden.

Im Bereich Prävention fordert die DGPPN der Zeitung zufolge einen Aktionsplan unter Berücksichtigung von Patientengruppen mit hohem Erkrankungsrisiko inklusive traumatisierter Menschen, ei­nen Ausbau der ambulanten Versorgungsstrukturen und eine stärkere Beachtung psy­cho­sozialer Risikofaktoren, insbesondere bei der betrieblichen Gesundheits­förde­rung.